603qm

Erweiterte Stellungnahme vom 30. Dezember 2011

Dass die einstweilige Untersagung von nächtlichen Veranstaltungen auf 603qm einerseits zu entsetzten Aufschreien und andererseits zu Erleichterung führte, überrascht wenig, wird hier doch die alte Frage aufgeworfen, inwieweit sich Subkultur mit dem städtischen Leben in Einklang bringen lässt. Als Betreiber eines Veranstaltungsortes mit ‘Prestigestandort’ in Innenstadtnähe, war dies eine der elementaren Fragen, mit der wir uns von Anfang an auseinandersetzen mussten. Mit dem Ziel größtmögliche Vielfalt aller subkultureller Genres unter einem Dach zu vereinen, gründete sich der studentische Kulturbetrieb 603qm in Zusammenarbeit mit dem AStA und der TU Darmstadt. Daraus entwickelte sich in kurzer Zeit ein im gesamten Rhein-Main-Gebiet etablierter und darüber hinaus wahrgenommener Veranstaltungsort und es bildete sich eine Schnittstelle zwischen der Studierendenschaft und der Stadt Darmstadt. Mit wachsenden Besucherzahlen wuchs auch die Aufmerksamkeit auf den Veranstaltungsraum 603qm, es kam mehr Bewegung in die Stadt und auch die ein oder andere Beschwerde wegen Lärm wurde an uns getragen. Dadurch wurden natürlich auch neue Anforderungen und Auflagen an die Veranstaltungsstätte heran getragen. Ein Konzept für die erforderlichen Baumaßnahmen wurde 2006 zusammen mit dem AStA, der TU Darmstadt und den zuständigen Behörden ausgearbeitet und dann umgehend beantragt. Da in den letzten Jahren sehr viel innerhalb der Universität gebaut wurde, geriet unser Antrag immer wieder in den Hintergrund und wurde von Jahr zu Jahr verschoben. Die Beschwerden häuften sich und wir taten unser Bestes darauf zu reagieren, indem wir unter anderem unsere Grundlautstärke deutlich verringerten und sobald eine akute Beschwerde vorlag die Lautstärke noch am Abend weiter reduzierten. Der Bau des Hotels in nächster Nachbarschaft verstärkte diese Problematik, aber wir standen von Anfang an in gutem Kontakt mit den Betreibern und haben uns stets auf beiden Seiten bemüht Kompromisse einzugehen und die Situation für alle Beteiligten so zufriedenstellend wie möglich zu gestalten. Als studentischer Betrieb mit einer verhältnismäßig hohen Personal-fluktuation, kam es in der Vergangenheit leider auch unsererseits zu Kommunikations-engpässen mit den zuständigen Behörden. Wir haben in den letzten zwei Jahren unsere Struktur und Organisation überarbeitet und unter Hochdruck an Optimierungsmaßnahmen in allen Bereichen gefeilt, mit durchaus positiven Ergebnissen. Auch im Bereich Lärmschutz haben wir noch in den letzten Wochen alles getan was in unserer Macht stand und Geld investiert, um die Problematik einzudämmen. Die weiteren baulichen Maßnahmen liegen nicht allein in unserer Hand und brauchen ihre Zeit. Wir erarbeiten im Moment alternative Veranstaltungsmodelle mit denen wir diese Zeit überbrücken wollen und hoffen damit nicht ins wirtschaftliche Aus zu rutschen, sowie den Großteil der Belegschaft im Haus halten zu können. Bei den betroffenen Anwohnern möchten wir uns ausdrücklich entschuldigen und wir würden uns freuen Sie an einem runden Tisch bei uns im Hause im neuen Jahr begrüßen zu dürfen um mit Ihnen im Dialog zu zeigen, welche Maßnahmen bereits getroffen sind und was wir noch durchführen müssen. Zudem stellen wir uns auch weiterhin gerne der persönlichen Kritik, da bei Einzelnen wohl der Eindruck entstanden ist, wir würden uns dieser verschließen. Im Gegenteil sind wir eine aufgeschlossene Gruppe, der es sehr am Herzen liegt gemeinsam mit dem städtischen Umfeld weiterhin schöne Abende zu gestalten.


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