Blue Monday Konzerte
Montag, 29. Oktober 2007
Live: Frog Eyes (Indie-Rock/Cargo/Kanada)

Bands aus Kanada sind derzeit in aller Munde, man denke nur an Arcade Fire, Broken Social Scene, die Stars oder Hidden Cameras. Frog Eyes aus Vancouver sind hierzulande ein bisher unentdecktes Juwel, obwohl sie es bereits auf 3 Alben auf dem Label Absolutely Kosher (Hidden Cameras, Mountain Goats, Pinback) brachten. Und deren Musik ist derart berauschend, emotional und vielschichtig, dass man wie in einem Strudel darin zu versinken droht. Das Post-Punk/Post-Rock-Quartett entstammt dem Umfeld von Wolf Parade, Destroyer und Sunset Rubdow, ihre Musik erinnert teils an Arcade Fire, Mars Volta oder Animal Collective, der markante Gesang von Gitarrist Carey Mercer an David Bowie, Captain Beefhardt und Anthony Johnson. Er fleht, bettelt, säuselt, schreit, dazu eine unglaublich metaphorische Dynamik von Keyboard, Gitarre, Bass und Schlagzeug. Hier passiert in einem Song mehr als in der gesamten Karriere anderer Bands. Eine wilde Achterbahnfahrt zwischen Melodie und Dissonanz.
Montag, 1. Oktober 2007
Live: AI Phoenix (Slow-Rock/Glitterhouse/Norwegen)

Intern sprechen wir gern vom Glitterhouse-Effekt. Kamen doch zum letzten Konzert eines Glitterhouse-Acts, White Birch (Norwegen), im Januar 2006 fast 250 Leute.
Mit AI Phoenix kommt nun eine Band gleicher Herkunft: Glitterhouse und Norwegen. Und auch ihre Musik wirkt ähnlich feinsinnig-melancholisch und nachdenklich wie die der meisten Bands des Labels Glitterhouse.
Seit 1997 feilen AI Phoenix an ihrer Form des Slow-Pop, brachten es bisher auf vier Alben und bis unter die Top5 der norwegischen Charts. Über ihren fein instrumentierten Songs mit wechselndem Gesang liegt ein geheimnisvoller Nebelschleier, der an Mazzy Star, Low oder Velvet Underground erinnert. Aber auch Smog, Will Oldham oder Leonard Cohen schimmern am Horizont.
Langsam und fast flüsternd schleichen sie durch manche Songs, als wollten sie einen Ruhepol bilden gegen all die Hektik dieser Welt. Andere wieder gewinnen unerwartet an Tempi und glimmen mit bittersüßen Melodien dem Ende entgegen.
Schlicht Wunderschön.
Montag, 24. September 2007
Live: Low Frequency in Stereo (Post-Indie-Rock/Cargo/Norwegen)

Norwegen gilt nicht nur als Land rauer Berge und kühler Seen, sondern ebenso als Quell einer schier unerschöpflichen Band-Vielfalt.
*Low Frequency in Stereo* sind ein Quartett, auf deren bisherigen vier Alben stets hoch-energetischem Gitarren-Rock mit Pop-Appeal gehuldigt wurde.
Für ihr Debüt von 2003 wählten die Norweger dafür noch das Ritual des instrumentalen Postrock, auf *Travelling Ants* (2004) wurde plötzlich gesungen und die Wave-Ära beerbt. Nun sind LFIS ganz im komplex arrangierten (Fender Rhodes, Bass, Trompeten) psychedelischen Garagenrock angekommen.
Gitarren aller Couleur schimmern durch das treibende Rhythmus-Fundament, mal aufbrausend, mal erhaben. Sonic Youth im Sinne, Motorpsycho im Ohr, Stereolab in den Tasten, Surf in der Hinterhand und keine falsche Scheu vor Pink Floyd oder den Doors.
*Die Band steht mit einem Fuß in Pompeji und mit dem anderen im Weltall*, schrieb ein Kritiker.
*The Last Temptation Of…* nennt sich ihr aktuelles Album auf Cargo, dürfte aber kaum ihre *letzte Versuchung* sein, denn die Zeit scheint reif für eine Landung auf dem Olymp des Rock.
Direkt von der Popkomm auf unsere Bühne:
Low Frequency in Stereo !!!
Weitere Konzerte an kommenden Montagen:
*Montag, 05. November 2007 Vorverlegt auf den Sonntag, 04. November 2007
Live: Apse (New York) – Birgit Baldauf (beyond the sea)