Vortrag auf 60,3qm: Theodora Becker

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01.02.2016

Beginn 18.30 Uhr

Vortrag mit Theodora Becker: Vom Verbot der „Gewerbsunzucht“ zum „Prostituiertenschutzgesetz“

im Rahmen der Ringvorlesung Darmtadt WS 15/16 veranstaltet vom Referat für politische Bildung im AStA der TU Darmstadt

Info:

Die Floskel, Prostitution sei „kein Beruf wie jeder andere“, wird auch in der gegenwärtigen Debatte um das neue Gesetz zur Regulierung der Prostitution immer wieder verwendet. Mit ihr wird legitimiert, dass es für die Prostitution andere Regeln brauche als für andere Erwerbstätigkeiten. Im Zentrum der Debatte steht dabei heute der angebliche „Schutz“ von (migrantischen) Prostituierten vor Ausbeutung und Zwang, was sich auch in der Benennung des neuen Gesetzes als „Prostituiertenschutzgesetz“ widerspiegelt. Der wohlmeinende Titel verdeckt die Tatsache, dass das Gesetz, dessen erklärtes Ziel es ist, „die in der Prostitution Tätigen besser zu schützen“ und „ihr Selbstbestimmungsrecht zu stärken“, in erster Linie repressive und bürokratische Maßnahmen enthält, die darauf zielen, das Ausmaß der Prostitution zu verringern und das Gewerbe einer umfassenden staatlichen Überwachung zu unterwerfen.

Das Gesetz steht damit in einer Kontinuität mit der staatlichen Regulierung der Prostitution in der bürgerlichen Gesellschaft seit etwa der Mitte des 19. Jahrhunderts, die stets davon ausging, dass die Prostitution in ordnungspolitischer, hygienischer, sittlicher, strafrechtlicher und geschlechterpolitischer Hinsicht ein gesellschaftliches Problem darstellt, dem mit repressiven Maßnahmen gegen Prostituierte und Bordellbetreiber (bzw. „Zuhälter“) zu begegnen sei.

Der Vortrag beleuchtet vor diesem Hintergrund das neue Gesetz und die Auswirkungen, die es haben könnte, sowie die Veränderungen und Kontinuitäten der gesellschaftlichen Ansichten zur Prostitution unter dem Aspekt der Sexualmoral und des Begriffs von Arbeit.

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Vortrag auf 60,3qm: Lustvolle Machtkämpfe

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Donnerstag, 21.01.2016

ab 18.30 Uhr

veranstaltet vom Queerreferat AStA TU Darmstadt

 

Anhand aktueller Publikationen sowie einer Videoarbeit der Künstlerin Tejal Shah sollen einige Schlaglichter auf ästhetische Strategien und den Einsatz bestimmter Sujets in queerer Kunst und (audio-)visueller Kultur geworfen werden. Hierbei gilt es über den Zusammenhang von Bild, Begehren, Macht und Bedeutung nachzudenken. Mit Bezug auf Elspeth Probyns These, dass sich Begehren in Bildern bewegt und Bilder als Transportmittel des Begehrens fungieren, fragt Antke Engel, inwiefern dies queerer Kunst erlaubt, Verbindungen zwischen unterschiedlichen Machtfeldern zu ziehen, so dass Gender _ Rassisierung _ Kapital _ Sexualität _ Körpernormen einander durchdringen. Welche ästhetischen Strategien und/oder Lektürepraxen ermöglichen es, Differenz weder als das Andere der Identität noch in hierarchischen Anordnungen stillzustellen?

Antke Engel ist promovierte Philosophin, Queer Theoretikerin und freiberuflich in Wissenschaft und Kulturproduktion tätig. Sie leitet das „Institut für Queer Theory“ in Berlin (www.queer-institut.de), wo sie Projekte initiiert, die sich einer „queeren Politik der Repräsentation“ verschreiben und die Grenzen zwischen akademischer, politischer und kultureller Praxis herausfordern. Sie hat zahlreiche Aufsätze und zwei Monographien publiziert: Wider die Eindeutigkeit (2002) und Bilder von Sexualität und Ökonomie (2009). Kürzlich erschienen: postkolonial kauen und kannibalisch begehren, in: Hoenes, Josch/Paul, Barbara (Hg.): Un/verblümt. Queere Politiken in Ästhetik und Theorie (Berlin 2014).

 

Film auf 60,3qm: „Stadt, Licht & Bewegung“

Stadt, Licht & Bewegung - webflyer

Filmpremiere mit anschließender Gesprächsrunde

18. Februar 2016

Beginn 18.30 Uhr; Eintritt frei

 

Waref Abu Quba ist ein junger Filmemacher aus Syrien, der vor dem Krieg geflüchtet ist und seit zwei Jahren in Darmstadt lebt. An diesem Abend werden zwei seiner Filme gezeigt. Im Anschluss findet eine Gesprächs- und Diskussionsrunde mit dem Filmemacher statt.

An dem Abend werden zwei seiner Filme gezeigt. Im Anschluss findet eine Gesprächs- und Diskussionsrunde mit dem Filmemacher statt.

„In Damaskus“- ein poetischer Film über Warefs Heimat, Syriens Hauptstadt. Er lädt uns ein zu einer Reise durch die verwunschenen Gassen und belebten Plätze dieser 11.000 Jahre alten Stadt und lässt uns für einen kurzen Moment von einem friedlichen Syrien träumen. Der Film wird von einem Gedicht des bedeutenden palästinensischen Dichters Mahmoud Darwish untermalt.

Filmpremiere „Stadt, Licht & Bewegung“ – ein experimenteller Film, welcher in Zusammenarbeit mit drei Musikern aus Deutschland, USA und Kanada entstanden ist und Darmstadt als Kulisse hat. Darin werden die Konzepte Stadt, Licht und Bewegung in drei Kapiteln auf experimentelle Art und Weise dargestellt. Dieser Film ist Warefs persönliches Dankeschön an die Darmstädter/innen, ihre Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft.

www.vimeo.com/waref/reel